„Herr Schimanski, so geht es nicht. So kann ich nicht arbeiten“

Dieser Satz fiel zum ersten Mal am 28. Juni 1981.

Ich erinnere mich an diesen Fernsehabend noch genau. Götz George gab sein Debüt als Horst Schimanski und die Familie war neugierig, wie der Neue sich wohl macht. Ernst thronte wie immer auf seinem Fernsehsessel, der zu dieser Zeit in meiner Erinnerung noch dunkelgrün war, aber kurz vor der Modernisierung ins Kaffeebraune stand. Elisabeth links von ihm, ich gegenüber plaziert. Fernsehsnacks wurden zu meiner Teenagerzeit nicht gereicht, vor allem nicht am Sonntagabend, weil man noch den Sonntagskaffee mit stets selbst gebackenem Kuchen zu verdauen hatte.

Gemütliche Krimiabende, von Ernst und Elisabeth sehr geschätzt, beschränkten sich ja in den siebziger und achtziger Jahren auf den Samstagabend nach dem „Wort zum Sonntag“ in der Hoffnung auf einen amerikanischen Klassiker oder natürlich auf den Sonntagabend nach der Tagesschau. Manche Dinge ändern sich zum Glück nie. Diese Sendeplätze werden von den Öffentlich-Rechtlichen nach wie vor bedient. Mittlerweile ist die Medienlandschaft ja deutlich vielfältiger. Man streamt im Netz und hat Zugriff auf internationale Fernsehkanäle und Fernsehserien. Ob damit auch die Qualität des Gesehenen besser geworden ist, liegt im Auge des Betrachters.

Und da war er dann. Götz/Horst in einer total verdreckten Küche, 2 rohe Eier im Glas zum Frühstück. Kurz darauf fiel der erste Satz mit dem berühmten S-Wort. Manches war vertraut, wie zum Beispiel die messingfarbene Polizeimarke der Kriminalpolizei, die Ernst im Dienst stets in der rechten Hosentasche trug oder miefige Polizeistuben mit Schreibmaschinen (ich füge hier einen Link ein für die jüngeren MitleserInnen).  Dass der Polizeidienst für Schimanski in der Kneipe beginnt, er sich im Liegesitz von Thanner durch Duisburger Vororte fahren lässt und dann mit diesem in einer Hafenkneipe Muscheln ist, war erfrischend neu. Mal ganz abgesehen von diversen Kneipenschlägereien und dem hohen Bierkonsum. Der Vorgänger von Schimanski trug ja noch Tweedjackets mit Lederflicken an den Ellbogen und aß Buletten mit seiner Exfrau. Übrigens empfand Hansjörg Felmy es als Majestätsbeleidigung, dass Schimanski sich vor seinem Konterfei in einer Polaroidwerbung im neuen Tatort die Schuhe zubindet. So spießig war man damals. Die Familie staunte nicht schlecht, als Götz George zum ersten Mal als Tatortkommissar den Bildschirm bereicherte. Ernst und Elisabeth waren begeistert und freuten sich immer auf eine neue Ausstrahlung des Duisburg Tatorts. „Völlig an der Realität vorbei, aber sehr spannend“, konstatierte Ernst. Gerne schwärmte er dann von Heinrich George, fand aber immer, dass der Sohn diesem in nichts nachstand. Zu Recht.

Götz George hat von diesem Tag an die familiäre Fernsehlandschaft nachhaltig geprägt und bereichert. Gerne begebe ich mich hin und wieder auf eine Zeitreise in die Achtziger und denke dabei auch gerne an diverse cineastische Zwiegespräche mit Ernst und Elisabeth zurück. Den Film „Der Totmacher“ hat Ernst leider nicht mehr sehen können, er kam erst zwei Jahre nach seinem Tod ins Fernsehen. Diese DVD werde ich die Tage noch einmal aus dem Regal ziehen.

Und ein weiteres Vorhaben werde ich noch vor den Sommerferien in die Tat umsetzen, nämlich eine Liste für meine Damen erstellen mit Filmen, die man gesehen haben muss. Auf dass sich der Horizont erweitere und nicht bei „Vampire Diaries“ und ähnlichem amerikanischem Einheitsbrei stehenbleibt.

George Filme werden ganz sicher auf dieser Liste stehen.

Du wirst mir fehlen, Götz.

 

 

 

 

Freiheit ist immer die Freiheit der Andersessenden

Die Mitleser wissen es bereits: in meinem Familienverbund wurde und wird sehr gerne gekocht und gegessen und das immer in großer Vielfalt. So haben wir über die Jahrzehnte eine nicht zu verachtende Sammlung an Kochbüchern zusammengetragen.

Ich darf Henriette Davidis „Praktisches Kochbuch“ (eine Ausgabe von ca. 1910) und Katharina Pratos „Süddeutsche Küche“ mein eigen nennen. Von Elisabeth der Zweiten in meine treusorgenden Hände übergeben. Letzteres Werk ist eine Ausgabe von 1938 mit einem problematischem Vorwort, in dem es da heißt: „… .Während des Druckes dieser neuen Auflage vollzog sich Österreichs nationale Erhebung und es kehrte wieder heim ins Deutsche Reich. Damit wurde Österreich wieder „Süddeutschland“ des Großdeutschen Reiches. …“ Au weia. Für diesen Schwachsinn kann Frau Prato natürlich nichts. Das Kochbuch wurde nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs von einem österreichischen Offizier überreicht. Der Offizier war im Hause von Heinrich und Elisabeth der Ersten einquartiert und von Heins Kochkünsten so begeistert, dass er sich zu diesem „großdeutschen“ Abschiedsgeschenk hinreissen ließ. Obacht! Das ist die berühmte andere Baustelle.

Wenn man allerdings wissen will, wie man wirklich einen Apfelstrudel backt, dann muss man Pratos Kochbuch konsultieren und ganz schnell das heikle Vorwort überblättern. Großartig.Von allen anderen Mehlspeisen ganz zu schweigen. Elisabeth die Zweite hatte ihr eigenes Lieblingsrezept: „Vanillegefrorenes, gelbes“, bestehend aus 3/4 L Sahne, 180g Zucker und 6 Eigelb. Da freuen sich die Hüften. Es hat uns aber getröstet, als Ernst 1985 schwer erkrankt in der Klinik lag. Da gab es jeden Abend Pratos Vanillegefrorenes.

Bevor uns nun fälschlicherweise der Hauch von englischem Adel umgibt: bei Elisabeth der Ersten handelt es sich mitnichten um die Tochter von Heinrich dem Achten, sondern um meine Großmutter (Jahrgang 1894). Elisabeth die Zweite hat nur das Geburtsjahr (1926) und den Vornamen gemein mit der amtierenden Regentin aus dem Vereinigten Königreich. Und wer ist Heinrich der Erste bitte? Gab es auch einen Zweiten? Sortiert das jetzt mal selber, bitte.

Davidis „Praktisches Kochbuch“ begleitet mich schon seit Teenagertagen. Vor allem die 730 Speisezettel im Anhang haben es mir angetan, säuberlich aufgeteilt nach dem „Bürgerlichen Mittagstisch“ und der „Reichen Küche“. Hier kann man nachlesen, wie man eine ordentliche Brennsuppe zubereitet und lernt alles zum Thema Einkochen und Konservieren.

Alle paar Jahre lasse ich mich hinreissen, den Schokoladenkuchen zu backen. Mit 20 Eidottern, 625g weissem Feinzucker und 250g geriebener Schokolade (unter anderem). Ein Gedicht! Aber so gar nicht zeitgemäß, da weder fettarm, streng genommen auch nicht vegetarisch und eben gar nicht vegan- oder gar paleo-tauglich. Und schon gar nicht „low carb“ (wegen der Speisestärke, die man fein säuberlich hineinsiebt, jawoll). Die Berechnung des glykämischen Index steht noch aus.

Darf man denn sowas überhaupt noch essen heutzutage? Ja, man darf. Man muss sogar. Diesen Kuchen gibt es nämlich bereits seit 1860 und er bleibt. Was aus oben aufgeführten Glaubensrichtungen wird, bleibt noch abzuwarten. Denn die Langzeitstudien zum Beweis, daß diese Ernährungsweisen die gesünderen sind, gibt es schlichtweg noch nicht. Auch wenn die selbsternannten „Ernährungsexperten“ uns etwas völlig anderes suggerieren. So ein Buch verkauft sich halt auch nicht, wenn im Vorwort stehen würde: „Nichts genaues weiß man nicht. Ich empfehle es aber.“ Da ist mir ja das Prato’sche Vorwort lieber. Da wissen wir wenigstens, dass es sich hierbei um die „Österreichische Küche“ handelt und das Großdeutsche Reich nur 10 Jahre gedauert hat. Gott sei Dank! Was wir bereits zum Thema Ernährung wissen: fettarm ist auch keine Lösung.

Nun darf ja jeder essen, was ihm beliebt.  Man darf sich weder von der hirnrissigen Schweinefleischdebatte, noch von missionarischen Veganern verunsichern lassen. In den eigenen Körper hineinhorchen. Der sagt einem, was ihm gut tut. Und wieviel.  Dachte ich. Leider wird man von den Paleo Jüngern, low-carb Junkies und veganen Fanatikern ständig missioniert. Und wenn es ganz dumm läuft, von allen Dreien gleichzeitig am gemeinsamen Kantinenmittagstisch. Mit zum Teil gegensätzlichen Thesen. Bevor der einzige und beste Bruder von allen jetzt zum vernichtenden Gegenschlag ausholt: vegane Konzepte und Ideen sind lobenswert und nachvollziehbar. Ich will es aber nicht ständig diskutieren müssen, vor allem verbitte ich mir, daß man mir als „Allesfresser“ die nötige Intelligenz und Weitsicht abspricht. Wir leben in einer Demokratie mit Presse- und Meinungsfreiheit, auch wenn das manchmal schwer auszuhalten ist.

Ich würde mir auch wünschen, das man Geschäftsessen und Besprechungen nicht mit Lebensmittelvorlieben unnötig belastet. Gesundheitliche Risiken natürlich ausgenommen, versteht sich. Wer anders essen will und nicht muss, sollte vorsorgen und sich das Gewünschte einfach mitbringen, anstatt ermüdende Lektionen zu erteilen. „Could we have low carb snacks in the afternoon, please?“ wurde unlängst an mich herangetragen. „Nö“– war die Antwort.

An dieser Stelle herzlichen Dank an Rosa Luxemburg, deren Zitat ich so aus dem Zusammenhang gerissen habe.

Was die wohl gerne gegessen hat?

Der Charme der Unzuverlässigkeit

Den Flug erreichen, durch die Passkontrolle gehen, mit dem Blick auf die Uhr den Koffer entgegennehmen und erneut einchecken, zum nächsten Gate laufen, den nächsten Flug erreichen (diesmal mit hängender Zunge), zum Hotel fahren, einchecken, auspacken und bügeln. Um 6:30 frühstücken, um 7:00 den Trainingsraum herrichten. Funktioniert die Technik? Sind alle Namenschilder, Ausdrucke und Flipcharts vorhanden? Break Out Sessions. Jeder Co-Trainer muss exakt den gleichen Stoff punktgenau behandeln, dabei sind die Teams in jeder Session sehr unterschiedlich. Diversität. Sprache, Herkunft, Motivation. Trainieren und Coachen nach engem Zeitplan und das nicht in der Muttersprache, bis 17:00, dann Nachbereitung. 5 Tage lang. Reisezeiten nicht eingerechnet. Und zu Hause noch Familie organisieren: sind die Bücher bestellt? Die Kaffeemaschine entkalkt? Alle Rechnungen bezahlt?  Sind alle frohen Mutes? Mein täglich Brot. Keine große Sache mehr. It is what it is. Das ist der offizielle Mensch.

Inoffiziell kann ich auch ganz anders. Strickzeug ist immer am Mann (ja, „am Mann“, das ist der übliche Sprachgebrauch, auch oder eben gerade am Weltfrauentag). Und sobald der offizielle Teil vorbei ist, darf man die Nadeln auspacken und dem Hobby frönen. Hier gibt es durchaus Mit-Hobbyisten, die ihre Strickkunst überaus ernsthaft betreiben. „Ich fange erst ein neues Projekt an, wenn das angefangene fertiggestellt ist“ oder „Ich habe immer nur Garn für zwei weitere Projekte vorrätig. Maximal“.

Ich nicht. Käme mir nie in den Sinn. Beim Hobby darf man es ruhig krachenlassen und mal so richtig unvernüntig sein. Warum nicht 10 Sachen gleichzeitig in Arbeit haben? Kommt etwa die Strickpolizei vorbei und konfisziert alle Nadeln, wenn man nicht alles zeitnah fertigstellt? Und wenn die Ikea Kisten aus allen Nähten platzen, weil man im Keller im Arbeitszimmer des Gatten so viel Wolle lagert, dass mittlerweile Zweifel aufkommen, ob man diese noch zu Lebzeiten verarbeiten kann, dann kauft man eben noch eine neue Kiste. Und noch mehr Wolle. Was solls. Das Leben ist doch so durchorganisiert (sieh erster Abschnitt), da muss man sich nicht noch das Hobby mit deadlines und strengen Vorgaben verleiden. Auch glorreiches Scheitern mit Pauken und Trompeten muss erlaubt sein. Diesen Idealzustand erreicht man allerdings nur, wenn man sich von den im Gleichschritt Strickenden nicht aus der Ruhe bringen läßt.

Auch bei der Wahl des Projektes und der Farben ist es eine Offenbarung, sich alle Optionen offenzuhalten. Warum nicht mal von ausgetretenen Pfaden abweichen und sich auf Neues einlassen? „Mir gefällt nur Bauhaus Stil in blau-grau“ ist auch so ein Satz, der den renitenten Strick Chaoten, wie ich einer bin, das Wasser in die Augen treibt.

Dabei hat das Handarbeiten im allgemeinen und das Stricken im besonderen etwas ungemein Entspannendes, wie wir unlängst in The New York Times lesen durften. Meditation durch Regelmäßigkeit. Konzentration auf einen Punkt.  Vermutlich wäre die regelmäßige sportliche Betätigung noch heilsamer für das Herzkreislaufsystem. Man käme auch dem vorgegaukelten Frauenbild deutlich näher. Schmale Lippen inklusive. Allerdings läßt mich der Anblick von Sportschuhen oder anderem dynamischem Equipment oder gar Ernährungsplänen (Vorsicht: das berühmte andere Thema) völlig kalt. Ich lege die Füße lieber hoch, als sie schwingen zu lassen, dafür mit Stricknadeln in der Hand. Dafür nehme ich sehr gerne das zusätzliche Hüftgold in Kauf. Solange der Kleidergöße keine 5 vorangestellt ist, ist für mich persönlich die Welt sehr in Ordnung. Und das ist nicht verhandlungsfähig. Denkt nicht mal daran.

Und das Allerschönste am Stricken: man kann dies in Interaktion mit anderen tun, muss man aber nicht, wenn man seine verdammte Ruhe haben will. Man braucht sich dazu nicht umziehen, muss nirgendwo hingehen (es sei denn, man entschließt sich zu einem Stricktreff Abend mit Gleichgesinnten). Großartig.

Wie voll ist eigentlich voll?

Als Weltreisende kommt man mit den unterschiedlichsten Kulturen in Berührung.

Japan ist in vieler Hinsicht eine Reise wert. Gute Beobachtungsgabe ist angebracht, damit man so wenige Fettnäpfchen wie möglich betritt.

Grundsätzlich ist das gedämpfte Sprechen an öffentlichen Plätzen angemessen. Laut sind hier nur die amerikanischen Freunde. Die hätte man aber auch mit reiner Sichtkontrolle erkannt, tragen sie selbst hier im Land der dunkelblauen und schwarzen Anzüge bauchige Shorts mit Hoodie und die nicht wegzudenkenden Sneakers. Da tut sich der deutsche Landsmann bzw. die deutsche Landfrau (nicht mit den Landfrauen zu verwechseln, aber das ist die berühmte andere Baustelle) deutlich leichter. Die angemessene Kleidung fällt uns leichter.

Beim Einkaufen werden Kreditkarten und Belege stets mit zwei Händen entgegengenommen bzw. überreicht. Trinkgelder gelten als anhöflich.

In Meetings wird jeder größere Beitrag eines Teilnehmenden mit leichtem Beifall quittiert. Am Ende des Meetings bedankt man sich mit einer leichten Verbeugung im Sitzen. Überhaupt spricht der Japaner immer ein bisschen aus dem Nacken heraus, also immer bereit, dem Gegenüber mit einer Neigung des Kopfes höflich zu begegnen.

Kritik üben ist eine schwierige Hausaufgabe. Egal wie freundlich und zuvorkommend man es verpackt hat, der Schock auf der anderen Seite sitzt tief und der sofortige Gesichtsverlust tritt ein.

Abends geht es dennoch mit guter Laune direkt vom Büro ins Restaurant oder in die Bar, ohne Umweg über das Eigenheim. Das ist auch unter der Woche nicht unüblich. Da bleibt es nicht bei nur einem Gläschen. Im kleinen privaten Kreis wird viel und gerne gelacht.

Apropos privat. Das berühmte Örtchen, das selbst der Kaiser zu Fuß aufsucht, gleicht eher einer Raumstation. Düsen besprühen bei Bedarf das Unterteil mit warmem Wasser.  Damit die unvermeidlichen Körpergeräusche nicht zu hören sind, kann man bei öffentlichen Toiletten die Soundtaste betätigen, die ein fließendes Gewässer vortäuscht.

 

Mit Sitzheizung, versteht sich.

 

Am meisten beeindruckt mich die perfekte Organisation der Menschenmassen. Überall stellt man sich brav in der Reihe auf. Egal ob im Coffee Shop, die es reichlich gibt oder am Bahnhof.

Wenn man sich als Ausländer mutig in den morgendlichen öffentlichen Nahverkehr begibt, muss man eigentlich nur der großen Masse folgen. Jede Linie hat eine Farbe und die Halte sind zusätzlich numeriert.

Zum Glück muss ich nur von Shinagawa eine Station in Richtung Tokyo mit der blauen 4 fahren. Ich weiß nicht, ob ich eine längere Fahrt im überfüllten Zug überstehen würde, denn hier rücken sich die sonst so höflichen und distanzierten Japaner so richtig auf die Pelle. Da wundert es nicht, dass die Hauptlinien Waggons nur für Frauen anbieten.

 

Frauenabteil. Bitte hier anstellen.

 

Die Großgewachsenen haben zumindest noch freie Sicht. Ein Meer von scharzen Köpfen. Kaukasier sind Mangelware. Die fahren sicher alle mit dem Taxi.

Taxifahren ist selbstverständlich auch ein Erlebnis. Die Sitzbänke sind mit blütenweißen Schonern, manchmal mit Spitzenborte bezogen. Die Tür links hinten öffnet und schließt automatisch.

Und wann ist die Bahn so richtig voll?

Wenn der Stockschirm noch fast rausschaut und die Gesichter der außenstehenden Fahrgäste fest an die Scheiben gedrückt sind. Halteschlaufen erübrigen sich.

Die Masse trägt.

Sommerfrische

Sommerurlaube verbringt mein Familienverbund wie unsere Vorfahren.
Kein Hotel, kein All-Inclusive, keine Pauschalreisen.
Die eigene Scholle muss her. Am liebsten im Süden. Reisen in die Berge kamen für Elisabeth nicht in die Tüte.

Die eigene Scholle hat für uns die Form eines Apartements oder noch lieber eines netten Ferienhauses im Stil des Landes, fernab von Touristenströmen und Ladenzeilen.
Man kann lokale Wochenmärkte besuchen und das Erlegte zu Hause oder an einem anderen schönen Fleckchen verzehren. Ohne Fremdbestimmung oder gar Animation. Herrlich!

Für mich die einzige Art der Sommerfrische, verbringe ich doch schon fast meine gesamte Arbeitszeit in Hotels. Ein tolles Frühstücksbuffet? Habe ich schon in allen Variationen gesehen und gegessen. Nichts geht über ein Buttercroissant aus dem kleinen Bäckerladen um die Ecke, sollte man in Frankreich weilen. Selbstgekauft und den Verzehrzeitpunkt selbstbestimmt.

Elisabeth und Ernst haben bereits in den Sechzigern ihre Urlaube so verbracht. Zuerst mit Wohnwagen und Zelt, später in einer Eigentumswohnung auf den kanarischen Inseln. Zu Anfang war das sicher eine finanzielle Entscheidung. Hotels mit der ganzen Familie wären nicht drin gewesen. Später wollten sie auf den Charme der Selbstbestimmung nicht mehr verzichten.

Gerne erinnere ich mich an lange Strandtage auf Fuerteventura in den Siebzigern. Der Urlaub fing bereits im Flugzeug an, weil man Dreiviertel der anderen Fluggäste persönlich kannte. Jeder war mit Übergepäck unterwegs, weil man an der eigenen privaten Scholle in Form eines Hauses oder einer Wohnung noch zu renovieren oder anzubauen hatte. Bohrmaschinen wurden mitgeschleppt oder auch sanitäres Zubehör, das zu der Zeit in einer lokalen Ferreteria nicht zu bekommen war.

Abends wurde gekocht oder man ging in großer Runde essen.

Jedoch betreibt sich die private Scholle in der Sommerfrische nicht ohne persönlichen Einsatz.  Es muss eingekauft, gekocht und gewaschen werden. Hier sind meist die Familienmanager in der Aggregatsform „Mutter und Ehefrau“ gefragt.

Und nun kommt wieder eine von Elisabeths Geschichten ins Spiel. Gerne blickte sie auf die Urlaube auf Fuerteventura zurück. Vor allem auf die interessanten Charaktere, die man kennenlernen konnte, wie zum Beispiel einen Tauchlehrer, der an beiden Handgelenken und an einem Fußgelenk eine Armbanduhr trug.

Die großen Abendessen kochten sich aber nicht von alleine, wie Elisabeth zu berichten wusste. Erhitzt vom Strandbesuch begaben sich Freunde und Familie in die Badezimmer, um sich hübsch zu machen. Man traf bei Ernst und Elisabeth zum Thunfischessen ein, wurde von einem kleinen hellblonden Mädchen angestupst, dass dringlich darum bat, ihm den Kronenkorken von einer weiteren Flasche Schweppes Limon zu entfernen (ohne dass ihre Mutter es merkte) und wo, ja wo war Elisabeth? Noch im Strandkleid mit sandigen Füßen in der winzig kleinen Küche, Bratpfannen schwingend. Alles sollte rechtzeitig fertig sein.  Da war einfach noch keine Zeit gewesen, zu duschen und sich in ein schickes Sommerkleidchen zu werfen.

An diese Geschichte musste ich heute denken, als ich als letztes Familienmitglied meinen Fuß in die Dusche setzte. Nicht ohne vorher das Abendessen gerichtet zu haben. Der frischgebadete Gatte war auf der Couch eingeschlafen. Die Dusche war voll mit Sand  und das Wasser wollte nicht mehr richtig ablaufen, nachdem zwei Teenager ihre Astralkörper eingeschäumt hatten. Nach 10 minütiger Reinigungsaktion wurde ich des Bikinis ansichtig, den Kind 2 dort patschnass liegengelassen hatte. Eine Kaskade von Sand ergoss sich in die eben gereinigte Duschwanne.

Das ist der Moment, wo man auch in der Sommerfrische zum Serientäter werden kann. Nach erfolgreicher Dusche meinerseits wurden die bei mir ansässigen Pupertiere darauf hingewiesen, dass ich alle ihre Babybilder auf Instagram einstelle und mit wohlmeinenden  mütterlichen Kommentaren versehe, sollte ich noch einmal eine Duschwanne so vorfinden. Das saß.

Und eine kleine Rache habe ich mir noch gegönnt. Habe heimlich und schamlos alle sonst so wohlgehüteten Shampoos und Duschgels der oben genannten Kreaturen benutzt und rieche jetzt nach Vanillepudding im Tropenwald.

Wohl bekomms!

 

 

 

Weltbürger

Die großen Schriftsteller und natürlich auch die Kabarettisten leben ja von ihrer Beobachtungsgabe. Das Leben und die darin vorkommenden Mitmenschen schreiben die schönsten Geschichten.

Wenn man in einem grossen Hotel in einer unserer europäischen Großstädte beim Frühstück sitzt und nicht sogleich ins Berufsleben springen muss, dann kann man sich die Zeit damit vertreiben, die Nationalitäten der Tischnachbarn zu erraten.

Der Mann gegenüber, der mit großem Ernst ein Müsli mit anschliessendem Obstteller verzehrt, ist unumstritten ein Landsmann. Nur für die Deutschen ist das Frühstück eine so ernsthafte Angelegenheit, der man sich mit höchster Konzentration widmen muss. Dafür spricht auch der akkurate Haarschnitt und die Brille. Von drahtiger Statur, vermutlich ein Radfahrer oder Jogger. Ich sage nur: Müsli und Obstteller.

Bei den Nachbarn auf der linken Seite geht es gemütlicher zu. Und zugegebenermaßen stilvoller. Man unterhält sich mit rauchiger Stimme. Die Sprache kann ich nicht verstehen auf die Distanz. Gut so, sonst wäre das Rätsel schon gelöst. Er im lässigen Leinenhemd und knielangen schlichten Chinoshorts. Ohne Schnickschnack. Teure, minimalistische Designer Kleidung. Das Haar halblang mit Sonnenbrille auf dem Kopf.  Sie: Bluse und Caprihose. Man nimmt Espresso und gegrilltes Gemüse zu sich, gefolgt von kleinen süßen Schweinereien. Er holt noch zwei Gläser Sekt vom Buffet. Man fotografiert sich gegenseitig.  Italiener auf Hochzeitsreise oder sonstiger Beziehungsexkursion.

Der Gast am Tisch rechts lässt mich schmunzeln. Er trägt auch Chinos, aber die militärische Variante mit vielen aufgesetzten Taschen. Dazu ein T-Shirt mit sinnfreien Schriftzug (wieder ein ganz anderes Thema für einen neuen elektronischen Beitrag). Sneakers ohne Socken. Auf dem Tisch vor ihm ein reichhaltiges Frühstück mit Eiern und allem, was das warme Buffet sonst noch bietet. Orangensaft, keinen Kaffee. Es gibt wohl kaum eine Nation, die optisch so heraussticht. Schade, dass er allein am Tisch sitzt, sonst hätte auch der hohe Geräuschpegel noch bestätigt, dass es sich um einen amerikanischen Freund handelt.

Und ich? Ich räume meine Teller zusammen, lege das Besteck oben auf. Das läßt ganz klar auf meinen Familienstand schließen, vermutlich habe ich schon das ein oder andere Pupertier beheimatet.

Obacht, der Satz „I’m a mom“ kommt mir nicht ins Haus.

Hand und Fuß

Das sommerliche Wetter bringt ja interessante Tatsachen ans Licht. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Manches bliebe besser ungesehen.

Füße und die damit verbundenen Fußnägel zum Beispiel. Und dabei sind es nicht nur die Männer, die hier ein schlechtes Beispiel abgeben. Um es mit den Worten des von mir so sehr geschätzten Jochen Malmsheimer zu sagen, werden wir nur allzu oft Zeuge, wie Zehen sich „wurzelgleich über die Birkenstock’sche Fußschweißwanne krümmen“, mit „Zehennägel wie Chipsletten“.

Kein schönes Bild.

Auch Frau kann hier Unansehnliches herzeigen.

Elisabeth hat zeit ihres Lebens immer sehr auf Hände und Füsse geachtet. So wurden die entsprechenden Utensilien für die Maniküre auf dem Tisch ausgebreitet, auf dem Schoß hatte sie ein frisches Handtuch. Elisabeth trug ihre Nägel stets kurz, manchmal dezent lackiert. Lange Fingernägel wiesen auf faule Menschen hin, die nicht in der Lage seien, ein Haus zu führen, so ihre Meinung. Auch darüber hinaus schienen ihr Menschen mit überlangen Nägeln verdächtig und charakterschwach. Aber nicht nur bei sich und den Familienmitgliedern wurde auf Hände und Füße geachtet. Auch im Umfeld. Dies hatte eine fast bedenkliche Komponente. So nahm sie mit Menschen, die sich ihr vorstellten, immer erst in der zweiten Millisekunde Blickkontakt auf. Die erste wurde genutzt, um einen Blick auf die Hände des Gegenübers zu werfen. Gefielen diese, so hatte der neue Gast gute Chancen, ein zweites Mal eingeladen zu werden.

Nie werde ich vergessen, wie wir Anfang der achtziger Jahre eine Reise nach London unternahmen. Mit dem Zug. Im Abteil saß uns ein junger Mann gegenüber, der in der Nase bohrte. Aber nur für kurze Zeit, denn schnell spürte er den stahlharten Blick von Elisabeth und stellte die Ausgrabungsarbeiten unverzüglich ein. Wenn sie von der Zugfahrt und von dem jungen Mann im Abteil erzählte, so war es nicht nur die Tätigkeit, die sie abstoßend fand, sondern besonders seine Hände. Hier fiel mal wieder so ein berühmter Familiensatz: „Der hatte vielleicht unsympathische Hände“.

In der Tat können Hände unsympathisch sein. Und oft erzählen sie uns mehr über unser Gegenüber als die Augen. So geben sie Auskunft über Herkunft und Alter, und das ungeschönt, egal wie sehr der Schönheitschirurg auch im Gesicht gewütet hat.

Elisabeths Hände waren erstaunlich klein, Handschuhgröße 5. Mit zarten, schmalen Fingern, auch nach 60 Jahren Haus- und Gartenarbeit. So wurde auch immer zum Thema gemacht, wer wessen Hand geerbt hat. Ich darf mich glücklich schätzen, ihre Handform geerbt zu haben in einer größeren Ausführung. Ernst hatte eine kräftige, schön geformte Männerhand, geprägt von harter körperlicher Arbeit, aber bis ins hohe Alter formschön. Sein Händedruck war fest und trocken. Waren seine Hände sympathisch? Durchaus, wie sonst hätte er bei Elisabeth landen können. Bruder 1 hat diese Hand in einer von weniger körperlicher Arbeit beschaffenen Variante geerbt. Bruder 2 hat Pianistenhände mit langen, schmalen Fingern, die sympathisch, aber nicht eindeutig zuzuordnen waren. Ein Mirakel. „Miesenheimhände“, wie Elisabeth konstatierte.

Und so kann auch ich nicht umhin, die Hände, und wenn ich dieser ansichtig werde, auch die Füße meines Gegenübers immer in die Betrachtung und Begutachtung mit einzubeziehen. In der Verhaltensbiologie nennt man das Prägung.

Ein vollständiges Mittagessen

Essen spielte bei uns von jeher eine große Rolle.

Erblich vorbelastet (die Mitleser hier werden sich erinnern), essen wir gerne und gut. Mahlzeiten fallen gerne etwas größer aus als nötig.

Alle Stilrichtungen sind vertreten. Fischhasser, missionarische Vegetarier, Allesfresser, Fleischbevorzuger und Gemüsezögerer.

Der beste Ehemann von allen (frei zitiert, nach Ephraim Kishon) hat eine Gemüsephobie. Caroline hat in den frühen Fünfzigern in Australien einen Druckgartopf erworben und  ließ in den folgenden Jahren keine Gelegenheit aus, alles Gemüse bis zur Unkenntlichkeit zu verkochen. Dabei achtete sie peinlich genau darauf, dass nicht nur Geschmack, sondern auch die Farbe nicht mehr zu erkennen waren.

Der Gatte, der in seinen Kindertagen von seinem Onkel „The Smiler“ genannt wurde, versuchte der mittäglichen Gemüsefolter zu entkommen, in dem er den aschfahlen Brokkoli unter den Tellerrand klebte. Was selten unbemerkt gelang.

Wen wundert es da, dass er selbst viele Jahre später immer noch in eine Schockstarre fällt, wenn Brokkoli angekündigt wird. Dieser wird in unserem Hause stets knackig grün, oft asiatisch zubereitet und dann vom Gatten überrascht und wie in Trance verspeist.

Geschichten ums Essen könnte ich viele schreiben.

Nie werde ich vergessen, wie meine Brüder, schon beide in die Jahre gekommen, sich am elterlichen Frühstückstisch anbrüllten, weil Bruder 1 zwei Salamischeiben auf dem Brotkorb zwischenparkte. Das war dem Bruder 2 als missionarischem Vegetarier nicht zuzumuten. Man könne jetzt das Brot nicht mehr essen, weil es in der Nähe der Salami gelegen habe. Natürlich ging es gar nicht ums Essen, sondern darum, wer recht hatte. Elisabeth ist dazwischengefahren, hat verbal zwei Köpfe gewaschen und kurzerhand den Brotkorb entfernt.

Der elterliche Essenstisch war großbürgerlich geprägt, stammte Elisabeth doch aus wohlhabendem Hause. Selbst in der sogenannten „schlechten“ Zeit wurde in ihrem Elternhaus (bei Hein) immer reichhaltig gespeist.

Ernst als Schuhmachersohn und Kriegsveteran hatte da andere Zeiten erlebt. Das führte nicht selten zu Diskussionen. Wie es denn sein könne, das Frau selbst nach 30 Jahren Ehe- und Familienerfahrung noch immer zuviel Salzkartoffeln kochen müsse. Warum sie sich denn immer zuviel auf den Teller nehme. Immer blieben Reste! Familienunkundige sollten sich hier nicht fehlleiten lassen. Elisabeth hatte ganz klar die Hosen an und kochte mit großer Hingebung zuviel Salzkartoffeln. Man musste ja schliesslich ein Streitthema haben am Mittagstisch. Ernst Teller war übrigens immer blitzblank, auch aß er in einer Geschwindigkeit, die Uneingeweihte nicht selten vermuten ließ, er habe noch einen dringenden Termin. Bescheiden, aber einer guten Mahlzeit immer zugetan, gab es für Ernst nur wenig, was nicht zubereitet werden durfte. Dazu gehörte Graupensuppe, die ich erst als Erwachsene kennenlernte. Auch andere Lebensmittel durften die häusliche Schwelle nicht passieren, aber das ist wieder mal ein ganz anderes Thema.

Besonders stolz war Ernst, wenn es Elisabeth gelang, mit einfachen und vor allem günstig erstandenen Zutaten ein Mahl zu zaubern.

Dann fiel der unvergessliche Satz: „Siehst Du, das ist ein vollständiges Mittagessen“.

Ich wundere mich schon lange nicht mehr, wie Loriot seine unübertroffenen Geschichten schreiben konnte. Er muss bei Ernst und Elisabeth zum Mittagessen gewesen sein.

I’m a mom – na und?

Geschrieben wird im digitalen Zeitalter ja viel. Auskunft über den Verfasser findet man in der Regel in einem angehefteten Profil. Eine feine Sache. Prinzipiell.

Nicht alles hat Bezug zum Geschriebenen oder stellt dieses in einen interessanten Kontext. Vor allem im englischsprachigen Raum stößt man da gerne auf Sätze wie: „I’m a loving father and enthusiastic jogger“. „I’m a Christian“. Oder mein absoluter Lieblingssatz: „I’m a mom“.

Na und?

Es spielt keine Rolle, ob die Verfasserin Sockengarne färbt oder in Atomphysik promoviert hat (oder beides), immer wieder springt uns dieser Satz an. Wird dadurch das Garn bunter oder die Doktorarbeit vielschichtiger?
Dabei ist das Muttersein in den meisten Fällen ein Aggregatszustand ohne Informationswert. Es sei denn, man sitzt beim Frauenarzt im Wartezimmer. Kinderlos sein übrigens auch. Aber das wird in der Regel nicht explizit mitgeteilt. Obwohl: auf ravelry wurde ich einer Gruppe ansichtig, in der sich kinderlose Frauen zum gemeinsamen Stricken zusammengetan haben. Hä?

Zusammenfassend sollte ich also besser sagen, dass der bevölkerungspolitische Reproduktionsstatus eines Menschen keine Rolle spielt beim Verfassen von Texten oder dem Verrichten anderer Tätigkeiten.

Viel entscheidender ist doch, dass Mütter in vielen Bereichen immer noch auf diese Rolle reduziert werden. Wie sonst erklärt sich die Frage, die im Beruf erfolgreiche Frauen immer wieder beantworten müssen: „Was? Sie haben zwei Kinder und sind als Rechtsanwältin, Ingenieurin, Immobilienmaklerin oder was auch immer tätig? Wie organisieren Sie das denn?“ Hat jemals ein Mann eine solche Frage beantworten müssen? Ich jedenfalls gehe davon aus, dass Menschen, die Familie haben, ihren Nachwuchs während der Arbeitszeit nicht auf der Autobahn spielen lassen. Das gilt auch für Frauen.

Allen Emanzen sei versichert, dass nicht überwiegend Männer diese Frage stellen. Ganz falsch gewickelt, um beim Bild des Sockengarnfärbens zu bleiben. Ärgerlich muss man feststellen, dass auch junge Kolleginnen solche Sätze formulieren, nicht nur die Graurücken mit den ebensolchen Anzügen.

Jetzt erschließt sich auch, warum der einleitende Satz „I’m a mom“ so am Thema vorbeigeht, impliziert er doch, das es der Schreiberin gelingt Mutter zu sein und gleichzeitig Wolle zu färben, oder zu promovieren (oder beides).

Ja klar geht das und es ist so selbstverständlich, dass Frau endlich aufhören muss, darauf hinzuweisen.

Ist es immer einfach, Mutter zu sein? Durchaus nicht. Aber das ist (mal wieder) ein anderes Thema.

Garantiert rezeptfrei!

„Kochen kann jeder, nur essen muss man es können.“

Dieser wunderbare Satz stammt leider nicht von mir, sondern von einem Kabarettisten.

Gekocht wird ja überall, „analog“ in Küchen und Haushalten, jetzt auch gerne auf Terrassen und in Gärten (dann vorwiegend von Männern), „digital“ im Fernsehen, im Internet und sehr gerne auch in Blogs.

Hier nicht. Rezepte bloggen mag ich nicht.

Das machen andere bereits viel besser. Wenn ich etwas zubereiten möchte, dann befrage ich Tante Google oder Onkel Bing (letzterer ist mir sympathischer) und lasse mich zu den einschlägigen Foren und Blogs leiten.

Dabei würde es nahe liegen. Großvater Heinrich war Koch und Konditormeister, Großmutter Margarethe (ja, die aus meinem letzten Blog über den 8. Mai 1945) eine begnadete Köchin, die sich zu Anfang des Jahrhunderts als Küchenmädchen im nahegelegenen Gutshaus Hoffeld verdingte und es dort bis zur Köchin brachte. Spezialistin für Wild und Großgeflügel.
Auch in den nachfolgenden Generationen gibt es begabte Köche und Bäcker.

Rezepte gebe ich gerne privat weiter an mir persönlich bekannte Menschen. Diese befrage ich auch gerne, wenn sie etwas leckeres gekocht haben.
Bilder von Mahlzeiten und Lebensmitteln wird man hier vielleicht einmal finden, wenn sie in den Kontext oder zur Stimmung passen.

Dabei wollen wir es belassen.